Brand in Asphaltwerk bei Berlin: Polizei ermittelt zu politischem Motiv
Brand in Asphaltwerk: Polizei prüft politisches Motiv

Brand in Asphaltwerk bei Berlin: Polizei ermittelt zu politischem Motiv

Nach einem verheerenden Feuer in einem Asphaltmischwerk in Wandlitz nördlich von Berlin mit einem Schaden in Millionenhöhe prüft die Polizei nun intensiv, ob es sich um eine politisch motivierte Brandstiftung handeln könnte. Ein Sprecher des Lagedienstes des Polizeipräsidiums Brandenburg bestätigte entsprechende Ermittlungen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Im Fokus der Untersuchungen steht dabei ein auf der Internetplattform Indymedia aufgetauchtes Bekennerschreiben, in dem sich eine offensichtlich linksextremistische Gruppe zu der Tat bekennt. Über dieses Schreiben hatte zuvor bereits der Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtet.

Feuer in der Nacht zu Mittwoch ausgebrochen

Das Feuer war in der Nacht zu Mittwoch in der Anlage im Stadtteil Schönerlinde ausgebrochen, die sich am Autobahndreieck Pankow im Norden Berlins befindet. Die Flammen richteten erhebliche Schäden an, sodass das Werk vorübergehend stillgelegt werden musste. In den umliegenden Orten Schönerlinde, Wandlitz, Schönwalde, Lindenhof und Berlin-Buch warnten die Behörden vor Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung, was zu erheblichen Beeinträchtigungen für die Anwohner führte.

Brisantes Bekennerschreiben mit detaillierten Angaben

In dem auf Indymedia veröffentlichten Schreiben der Gruppe heißt es, man habe in der Nacht auf den 11. März – genau 15 Jahre nach der Atom-Katastrophe von Fukushima – das Asphaltmischwerk erheblich beschädigt und vorübergehend stillgelegt. Der Betreiberkonzern wird darin als Atomprofiteur bezeichnet. Dazu wurden an diversen Stellen auf den Förderbändern und an den Stromkabeln der Motoren ein gutes halbes Dutzend Brandsätze platziert, so die detaillierte Schilderung in dem Dokument.

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Unter der Überschrift Eine Kreislaufwirtschaft aus Tod und Zerstörung wird die Motivlage erläutert: Das Unternehmen sichert die Zukunft fossiler Energien, indem es Kernreaktoren, Öl-Pipelines oder Gas-Terminals (wie z. B. in Brunsbüttel) baut, und schöpft gleichzeitig Gewinn aus der Illusion grüner Energie, indem es riesige Windparks oder Wasserkraftwerke errichtet. Diese Aussagen deuten auf eine ideologisch geprägte Hintergrund der Tat hin.

Unsicherheit durch anonyme Plattform

Auf der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Plattform Indymedia kann jede Person ohne Registrierung Beiträge veröffentlichen – auch anonym oder unter falschem Namen. Diese Offenheit führt regelmäßig zu Unsicherheiten, da sich schon mehrfach vermeintliche Bekennerschreiben und andere Veröffentlichungen auf der Plattform als Fälschungen herausgestellt haben. Die Polizei prüft daher sorgfältig die Authentizität des Schreibens, um falsche Spuren zu vermeiden.

Anlage vorerst außer Betrieb mit unklarem Wiederanlauf

Auf der Homepage des betroffenen Unternehmens heißt es, dass das Asphaltmischwerk wegen des Brandes vorübergehend außer Betrieb ist. Ein konkreter Termin für den Wiederanlauf der Produktion steht noch nicht fest, was zu wirtschaftlichen Einbußen und logistischen Herausforderungen führen könnte. Die genauen Auswirkungen auf die regionale Infrastruktur und Lieferketten werden derzeit noch bewertet.

Vergleich zu früheren Vorfällen

Dieser Vorfall erinnert an einen mutmaßlich linksextremistisch motivierten Brandanschlag in Berlin Anfang Januar, bei dem mehrere Starkstromkabel beschädigt wurden. Damals fiel die Stromversorgung von 45.000 Haushalten tagelang aus, und eine der linksextremistischen Vulkangruppen reklamierte die Tat in einem Bekennerschreiben für sich. Die aktuellen Ermittlungen in Wandlitz könnten somit Teil einer größeren Serie von politisch motivierten Anschlägen sein, was die Bedeutung der polizeilichen Aufklärung unterstreicht.

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