Brandanschlag auf Asphaltwerk in Brandenburg: Ermittlungen laufen auf Hochtouren
In der Nacht zu Mittwoch brach ein verheerendes Feuer in einem Asphaltmischwerk im brandenburgischen Wandlitz aus, das einen Millionenschaden verursachte und die Anlage vorübergehend stilllegte. Die Polizei prüft nun intensiv, ob es sich um eine politisch motivierte Brandstiftung handelt, nachdem ein Bekennerschreiben einer offensichtlich linksextremistischen Gruppe auf der Internetplattform Indymedia aufgetaucht ist.
Brisantes Bekennerschreiben und politische Verurteilung
In dem Schreiben, über das zunächst der RBB berichtete, bekennt sich eine Gruppe zur Tat und gibt an, „ein gutes halbes Dutzend Brandsätze“ an Förderbändern und Stromkabeln platziert zu haben. Als Motiv wird der Kampf gegen Atomenergie und fossile Energien genannt, wobei der Betreiberkonzern als „Atomprofiteur“ bezeichnet wird. Brandenburgs Innenminister René Wilke (SPD) verurteilte den Vorfall scharf als „Brandanschlag“ und schrieb ihn Linksextremisten zu.
„Wer unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Klimawandel oder die Atomkraft unsere Unternehmen angreift, der handelt zutiefst verabscheuungswürdig“, erklärte Wilke. Er betonte, dass die Sicherheitsbehörden auf Hochtouren arbeiten und mit dem betroffenen Unternehmen in engem Kontakt stehen. „Der Staat wird diese anhaltenden Gewalttaten von Linksextremisten niemals dulden“, versicherte er den Bürgerinnen und Bürgern.
Parallelen zu früheren Vorfällen und aktuelle Auswirkungen
Wilke zog Parallelen zu einem ähnlichen Vorfall in Berlin Anfang Januar, bei dem ein mutmaßlich linksextremistisch motivierter Brandanschlag die Stromversorgung von 45.000 Haushalten tagelang lahmlegte. Auch dort hatte eine linksextremistische Gruppe die Tat für sich reklamiert. Im aktuellen Fall warnten die Behörden in Schönerlinde, Wandlitz, Schönwalde, Lindenhof und Berlin-Buch vor Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung.
Die Anlage im Stadtteil Schönerlinde am Autobahndreieck Pankow steht seit dem Brand still, und ein Termin für den Wiederanlauf ist noch nicht festgelegt. Auf der Homepage des Unternehmens heißt es, das Asphaltmischwerk sei vorübergehend außer Betrieb. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, während Indymedia, eine vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestufte Plattform, weiterhin anonyme Beiträge zulässt, die in der Vergangenheit schon mehrfach als Fälschungen entlarvt wurden.
Hintergründe und zukünftige Schritte
Das Bekennerschreiben trägt die Überschrift „Eine Kreislaufwirtschaft aus Tod und Zerstörung“ und kritisiert den Betreiber für dessen Beteiligung an Projekten wie Kernreaktoren, Öl-Pipelines und Gas-Terminals, aber auch an erneuerbaren Energien wie Windparks. Die Gruppe behauptet, die Tat genau 15 Jahre nach der Atom-Katastrophe von Fukushima begangen zu haben, um ein Zeichen zu setzen.
Die Polizei und Sicherheitsbehörden untersuchen nun alle Hinweise, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Innenminister Wilke betonte die Dringlichkeit, solche Gewalttaten zu bekämpfen, und verwies auf die anhaltenden Bedrohungen durch extremistische Gruppen. Die Bürger werden um Geduld gebeten, während die Ermittlungen voranschreiten und weitere Details ans Licht kommen.



