Eisrettungsübung in Rehna: Feuerwehrleute trainieren den Ernstfall im eiskalten Wasser
In einer spektakulären Übung haben Feuerwehrleute aus Nordwestmecklenburg in Rehna die Rettung aus eiskaltem Wasser trainiert. Rund 30 Einsatzkräfte von den Freiwilligen Feuerwehren Rehna, Grieben, Dassow und Groß Rünz nahmen an der Eisrettungsübung teil, die erstmals seit Jahren in dieser Form stattfand. Dabei wagten sich Freiwillige in Überlebensanzügen in den zugefrorenen Mühlenteich, um realistische Notfallszenarien zu simulieren.
Freiwillige im Eisloch: Ein beängstigendes Erlebnis
Mit einer Kettensäge wurde ein etwa ein Quadratmeter großes Loch in das Eis des Mühlenteichs geschnitten, aus dem immer wieder Wasserfontänen in die Luft schossen. Die Freiwilligen, darunter Florian Staudy von der Freiwilligen Feuerwehr Groß Rünz, tauchten Zentimeter um Zentimeter in das eiskalte Wasser ein, gesichert nur durch eine Leine. „Du bist nach einem Einbruch ins Eis völlig hilflos, kannst dich nicht bewegen. Im Ernstfall würde vermutlich irgendwann Panik hinzukommen“, beschreibt Staudy das beängstigende Gefühl, trotz des schützenden Überlebensanzugs. Bereits nach wenigen Minuten im Wasser breitete sich ein brennendes Gefühl in seinen Beinen aus, verursacht durch die extreme Kälte.
Teamarbeit und Rettungstechniken im Fokus
Die Rettung der scheinbar in Not geratenen Personen erfolgte durch Teamarbeit. Feuerwehrleute bewegten sich auf Steckleitern, einem Rettungsboard oder einem Rettungsschlitten über das Eis, um die Hilflosen zu erreichen. Auf dem Bauch liegend, packten die Retter ihre Kameraden mit einem Sicherungsgriff, während Kollegen am Ufer die Leinen Stück für Stück zurückzogen. Mehrmals wurde diese Übung wiederholt, um die Abläufe zu perfektionieren und den Einsatzkräften Sicherheit zu geben. Henry Wanzenberg, Wehrführer in Rehna, betont: „Im Ernstfall würde solch ein Rettungseinsatz sehr kräftezehrend und nicht ungefährlich sein. Diese Übung sollte den Feuerwehrleuten ein Stück weit Sicherheit geben und ihnen aufzeigen, wie sie sich zu verhalten haben.“
Warnung vor den Gefahren dünner Eisflächen
Nach der Erfahrung bei der Eisrettung in Rehna warnt Florian Staudy eindringlich davor, vermeintlich sichere Eisflächen zu betreten. „Wer es dennoch tut, ist sich nicht im Klaren darüber, was das für fatale Folgen haben kann“, sagt er. Solche Aktionen brächten nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Rettungskräfte in Gefahr. Auch Wehrführer Wanzenberg verweist darauf, dass der Mühlenteich und andere Gewässer nicht für das Betreten der Eisflächen freigegeben sind und Lebensgefahr besteht.
Unterstützung durch externe Partner
Die Übung wurde durch die Zusammenarbeit mit externen Partnern ermöglicht. Die Firma Firepak aus Hamburg stellte den Rettungsschlitten vor, der während der Übung genutzt werden konnte. Die Freiwillige Feuerwehr Dassow wiederum stellte die Überlebensanzüge zur Verfügung. Diese Kooperation unterstreicht die Bedeutung von guter Ausrüstung und gemeinsamer Vorbereitung für effektive Rettungseinsätze in extremen Situationen.
Insgesamt diente die Eisrettungsübung in Rehna dazu, die Feuerwehrleute auf mögliche Ernstfälle vorzubereiten, ihre Fähigkeiten zu schärfen und die Öffentlichkeit für die Risiken dünner Eisflächen zu sensibilisieren. Durch solche Trainingseinheiten gewinnen die Einsatzkräfte nicht nur an Erfahrung, sondern stärken auch ihr Vertrauen in die eigenen Rettungsmethoden.



