Kloster Rehna bietet 2026 Einblicke in fast vergessene historische Orte
Nach der Winterpause startet das Kloster Rehna in Nordwestmecklenburg mit einer vielfältigen Veranstaltungsreihe in das Jahr 2026. Besucher können sich auf einen kostenfreien Museumstag, bewegende Kunst zu fast vergessenen Orten und eine besondere Buchvorstellung zu einem Quarantänelager freuen.
Weltgästeführertag und Vortrag im Februar
Den Auftakt bildet der Weltgästeführertag am Sonntag, dem 22. Februar 2026. An diesem Tag können Besucher die historische Klosteranlage und das Museum kostenfrei erkunden. Zusätzlich lädt der Klosterverein um 14 Uhr zu einem Vortrag mit Heidemarie Frimodig ein, die über die Bedeutung des Rehnaer Klosters im Bistum Ratzeburg sprechen wird. Im Anschluss gibt es Kaffee und Kuchen gegen eine Spende.
Kunstprojekt erinnert an Kinderheim Maurinmühle
Erstmals wird in diesem Jahr die Ausstellung „Ortszeit – Maurinmühle im Kloster Rehna“ gezeigt. Dabei handelt es sich um ein Kunstprojekt, das sich vergessenen historischen Orten widmet. Die Maurinmühle bei Neschow im Amtsgebiet Rehna ist solch ein Ort, an dem zur Zeit des Nationalsozialismus ein Kinderheim existierte. Dort waren sogenannte schwer erziehbare Kinder sowie Kinder von polnischen und ukrainischen Zwangsarbeiterinnen untergebracht.
Die Ausstellung vermittelt Informationen zur Maurinmühle und nähert sich dem Thema mit künstlerischen Mitteln. Sie wird am 17. Mai um 16 Uhr eröffnet und ist bis zum 31. Oktober 2026 zu sehen. Der Eintritt zur Vernissage ist frei.
Buchvorstellung zum Quarantänelager Nesow
Ein weiterer fast vergessener Ort ist das ehemalige Vertriebenenlager Nesow. Am 21. Juni um 15 Uhr stellt der Historiker Christoph Wunnicke sein Buch „Das Quarantänelager Nesow“ im Kloster Rehna vor. Der Autor sammelte umfangreiche Materialien und führte zahlreiche Interviews mit Menschen, die zeitweilig oder jahrzehntelang an diesem Ort lebten.
Zudem haben Schüler der 12. Klassenstufe des Gadebuscher Gymnasiums unter Leitung ihres Lehrers Marcel Lütjohann und mit Unterstützung von Wunnicke einen Film über das Vertriebenenlager Nesow entwickelt, der ebenfalls gezeigt wird.
Weitere Veranstaltungen im Jahresprogramm
Das Kloster Rehna bietet 2026 eine Reihe weiterer Veranstaltungen an:
- Von März bis Oktober kann die Dauerausstellung „Prämonstratenserinnen in Rehna“ besichtigt werden. Audioführungen für Erwachsene und Kinder sind verfügbar.
- Am 12. April findet der Tag der offenen Klosterstätten Mecklenburg-Vorpommern statt. Ab 14 Uhr bietet der Klosterverein Einblicke in Themen wie Musik und Meditation, Leben in der Klausur, Bau des Klosters und klösterliche Schreibstube.
- Geführte Pilgerwanderungen im Klosterdreieck Ratzeburg-Rehna-Zarrentin werden am 15. April angeboten. Gruppen starten in Ratzeburg und Rehna mit dem gemeinsamen Ziel Dechow, wo ein temporäres Kunstwerk gestaltet und ein Mittagessen serviert wird.
- Im Nonnengarten sind im Juli zwei Veranstaltungen geplant: Am 11. Juli spielt die Band Saxyarpa lateinamerikanische Musik, und am 24. Juli wird der Stummfilm Nosferatu mit Livemusik präsentiert.
Diese Veranstaltungsreihe unterstreicht die Rolle des Klosters Rehna als kulturelles Zentrum, das sich der Aufarbeitung regionaler Geschichte widmet.



