Long Covid in Mecklenburg-Vorpommern: Fachtag beleuchtet Versorgungssituation
Obwohl die offiziellen Corona-Maßnahmen in Deutschland seit dem 1. März 2023 weitgehend aufgehoben sind und das Robert Koch-Institut die Gefährdungslage bereits am 3. Februar 2023 von "hoch" auf "moderat" herabgestuft hat, leiden nach wie vor zahlreiche Menschen unter den Langzeitfolgen der Pandemie. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern, Christine Klingohr, betont die anhaltende Herausforderung: "Long Covid stellt unsere Gesellschaft vor eine große Aufgabe. Viele Schwer- und Schwerstbetroffene sind dauerhaft ans Haus oder sogar ans Bett gebunden, pflegebedürftig und aus ihrem bisherigen Leben gerissen."
1,5 Millionen Betroffene bundesweit
Klingohr verweist auf aktuelle Zahlen der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS, wonach bundesweit etwa 1,5 Millionen Menschen an den Folgen von Long Covid und der neuroimmunologischen Multisystemerkrankung ME/CFS leiden. "Das Krankheitsbild ME/CFS ist seit Jahrzehnten bekannt, die Zahl der Betroffenen schnellte jedoch mit der Corona-Pandemie in die Höhe", erklärt die Politikerin. Sie kritisiert die prekäre Situation vieler Patienten: "Noch immer fehlen wirksame Medikamente und Anlaufstellen für medizinische Versorgung. Vor allem mangelt es an ausreichendem Wissen über diese komplexen Erkrankungen."
Vierter Fachtag am 25. März 2026 in Schwerin
Um die Versorgungssituation zu verbessern, veranstaltet die SPD-Landtagsfraktion gemeinsam mit dem Koalitionspartner Die Linke und der Patienteninitiative NichtGenesen bereits den vierten Fachtag Long Covid. Die Veranstaltung findet am 25. März 2026 im historischen Schweriner Schloss statt und steht unter dem Titel "Versorgungsstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern". Neben der Diskussion über regionale Versorgungsangebote wird auch der aktuelle Forschungsstand zu postinfektiösen Erkrankungen präsentiert.
Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Betroffene als auch an Fachpublikum. Mediziner können für ihre Teilnahme sogar wertvolle Weiterbildungspunkte erhalten. Der Fachtag beginnt um 13 Uhr und endet um 17 Uhr. Interessierte haben zwei Teilnahmemöglichkeiten:
- Alle Vorträge können ohne vorherige Anmeldung im Live-Stream auf YouTube verfolgt werden
- Fragen zu den Beiträgen sind über die Kommentarfunktion der Streaming-Plattform möglich
- Eine persönliche Teilnahme vor Ort im Landtag ist ebenfalls möglich
Christine Klingohr unterstreicht die Bedeutung solcher Veranstaltungen: "Es ist wichtig, dass wir als Politik die Krankheitsbilder Long Covid und Post-Covid nicht als Randthema behandeln, sondern in den Fokus der Gesundheitspolitik rücken. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen bedeutet diese Erkrankung eine massive körperliche, psychische und soziale Belastung." Der Fachtag soll dazu beitragen, das Bewusstsein für die anhaltenden Herausforderungen zu schärfen und konkrete Verbesserungen in der Versorgungslandschaft Mecklenburg-Vorpommerns anzustoßen.



