Mecklenburg-Vorpommern setzt auf Standard-Feuerwehrhäuser für 58 Gemeinden
Das Land Mecklenburg-Vorpommern startet ein ambitioniertes Infrastrukturprojekt, um die Feuerwehr-Infrastruktur zu modernisieren. In den kommenden Jahren sollen 58 neue Feuerwehrgerätehäuser in standardisierter Bauweise errichtet werden. Die Baufirma Goldbeck aus Rostock wurde mit der Umsetzung beauftragt, wie das Ministerium für Inneres und Bau mitteilte.
Kostengünstige Lösung für finanzschwache Kommunen
Das Projekt basiert auf einem bereits erarbeiteten Raumkonzept, das mit der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse abgestimmt wurde. Dies ermöglicht eine hohe Qualität bei deutlich verkürzten Planungs- und Bauzeiten. Ein Musterfeuerwehrhaus kostet inklusive Bodenplatte etwa 1,1 Millionen Euro. Die Gemeinden können dabei Förderungen in Höhe von 50 bis 75 Prozent erhalten.
Ziel ist es, ein kostengünstiges und DIN-gerechtes Feuerwehrhaus für bis zu 35 Einsatzkräfte inklusive Jugendfeuerwehr zu schaffen. Das Programm richtet sich gezielt an kleinere Kommunen, für die der Neubau oft eine finanzielle Herausforderung darstellt. Insgesamt gingen 73 Bewerbungen ein, von denen 58 ausgewählt wurden.
Bau in Rekordzeit: Nur 200 Tage von Baubeginn bis Übergabe
Die ausgewählten Gemeinden sollen rund um Ostern informiert werden, mit ersten Baumaßnahmen im letzten Quartal. Volker Huber, Geschäftsführer der Baufirma Goldbeck, betont die Vorteile: „Wir planen einmal und bauen 58 Mal. Das senkt die Stückkosten und sorgt für eine schnelle und wirtschaftliche Umsetzung.“ Die Bauzeit beträgt in der Regel nur 200 Tage.
Die systematisierte Bauweise bietet konsistente Grundrisse, kurze Wege und Erweiterungsoptionen für die beiden Gebäudetypen Langhaus und Kompakthaus. Gemeinden, die nicht berücksichtigt wurden, bleiben auf einer Warteliste und können nachrücken, falls andere Projekte nicht realisiert werden.
Weitere Förderungen für Brandschutz und Katastrophenschutz
Innenminister Christian Pegel (SPD) erklärte, der Weg sei anfangs steinig gewesen, aber man habe ein rechtssicheres und innovatives Verfahren entwickelt. Kernstück ist das Musterfeuerwehrhaus mit zwei Stellplätzen. Zusätzlich fließen aus dem Sondervermögen Infrastruktur 50 Millionen Euro in die Erneuerung der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz in Malchow.
Weitere 15 Millionen Euro sind für 32 Sanierungs-, Erweiterungs- und kleinere Neubauten vorgesehen, und 45 Millionen Euro stehen für größere Feuerwehrhäuser mit mindestens drei Stellplätzen bereit. Bei der Auswahl wird besonderes Augenmerk auf finanzschwache Kommunen, Feuerwehren mit Sonderaufgaben und die Einbindung in den Katastrophenschutz gelegt. Anträge müssen bis zum 30. April beim Innenministerium eingereicht werden.
Liste der ausgewählten Gemeinden für die Musterfeuerwehrhäuser
- Mecklenburgische Seenplatte: Borrentin, Brunn, Kuckssee, Möllenhagen, Altenhof, Grammentin, Ritzerow, Gnevkow, Gültz, Wildberg, Wolde, Groß Miltzow
- Vorpommern-Greifswald: Butzow, Ladebow, Heringsdorf, Völschow, Blankensee, Grambow, Rothenklempenow, Ziethen
- Vorpommern-Rügen: Divitz-Spoldershagen, Garz (Rügen), Lietzow, Sundhagen, Mönchgut, Deyelsdorf, Eixen, Ribnitz-Damgarten, Süderholz, Ahrenshagen-Daskow, Semlow, Hiddensee, Rambin
- Landkreis Rostock: Walkendorf, Glasewitz, Zehna, Am Salzhaff, Rukieten, Vorbeck, Nustrow
- Ludwigslust-Parchim: Nostorf, Gehlsbach, Siggelkow, Werder, Techentin, Pritzier, Groß Godems, Kloster Tempzin, Borkow
- Nordwestmecklenburg: Bernstorf, Alt Meteln, Pokrent, Jesendorf, Zurow, Züsow, Groß Molzahn, Rieps, Wedendorfersee
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bezeichnete es als großen Erfolg, dass so viele Gemeinden von dem Programm profitieren können. Dies unterstreicht die Bedeutung einer modernen Feuerwehr-Infrastruktur für die Sicherheit und Entwicklung ländlicher Regionen in Mecklenburg-Vorpommern.



