Gefährlicher Leichtsinn in Rehna: Unbekannte werfen Rettungsringe in Mühlenteich
Rettungsringe in Mühlenteich geworfen - Feuerwehr warnt

Gefährlicher Leichtsinn: Rettungsringe im Mühlenteich entsorgt

In der Gemeinde Rehna im Landkreis Nordwestmecklenburg haben Unbekannte einen gefährlichen und verantwortungslosen Akt begangen. Mehrere Rettungsringe wurden mutwillig von der Steganlage am Mühlenteich entfernt und auf das Eis beziehungsweise direkt ins Wasser geworfen. Eine aufmerksame Bürgerin beobachtete das Geschehen und alarmierte umgehend den Rehnaer Wehrführer Henry Wanzenberg.

Feuerwehr startet Bergungsaktion für lebenswichtige Ausrüstung

Zwei Feuerwehrkameraden begaben sich umgehend zum Mühlenteich, um die Rettungsringe zu bergen. Mit einem etwa vier Meter langen Einreißhaken konnte einer der Ringe vom Eis geholt werden, während der zweite per Hand direkt aus dem kalten Wasser gezogen wurde. Die Rettungsringe befanden sich ursprünglich in speziellen Gehäusen an der Steganlage, die mit wichtigen Hinweisen zur Rettung Ertrinkender und Maßnahmen bei Unterkühlung versehen sind.

„Rettungsringe dienen ausschließlich der schnellen Hilfe bei Notfällen im Wasser – und sie sind nicht für Spaßaktionen oder Experimente auf dem Eis gedacht“, betonte Wehrführer Henry Wanzenberg nach der Bergungsaktion. Die Feuerwehr Rehna macht deutlich, dass solches Verhalten keineswegs als harmloser Streich abgetan werden kann. Im Ernstfall könnten derartige Handlungen lebensrettende Maßnahmen verzögern oder sogar komplett verhindern, da im Notfall jede Sekunde zählt.

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Warnung vor dem Betreten von Eisflächen

Parallel zu diesem Vorfall warnt die Feuerwehr Rehna erneut eindringlich vor dem Betreten von Eisflächen auf Gewässern. „Es besteht Lebensgefahr“, so Wanzenberg. Diese Warnung gewinnt besondere Bedeutung, da erst vor wenigen Tagen rund 30 Feuerwehrleute aus Rehna, Groß Rünz, Grieben und Dassow auf dem Mühlenteich eine umfangreiche Eisrettungsübung absolviert hatten.

Bei dieser Übung wurde deutlich, wie extrem gefährlich Einbrüche ins Eis sind. „Wer einmal ins Eis eingebrochen ist, dürfte es aus eigener Kraft kaum wieder aus dem eiskalten Wasser schaffen“, erklärten die Einsatzkräfte. Feuerwehrmann Florian Staudy aus Groß Rünz, der sich bei der Übung mit Überlebensanzug und Sicherungsleine freiwillig in ein Eisloch wagte, beschrieb die Situation: „Du bist nach einem Einbruch ins Eis völlig hilflos, kannst dich nicht bewegen. Im Ernstfall würde vermutlich irgendwann Panik hinzukommen.“

Komplexe Rettungsmaßnahmen und Gefahr für Einsatzkräfte

Die Übung zeigte, dass Rettungsmaßnahmen bei Eisunfällen äußerst komplex sind. Die Kameraden mussten Hilfsaktionen mit Steckleitern, einem Rettungsboard und einem Rettungsschlitten koordinieren, um den „Verunfallten“ zurück an Land zu bringen. Neben Feuerwehr und Polizei warnen auch Behörden wie das Amt Gadebusch weiterhin vor dem Betreten zugefrorener Gewässer.

Matthias Jankowski vom Amt Gadebusch warnte: „Bereits geringe Belastungen beim Betreten der Eisfläche können zum Einbruch führen und lebensbedrohliche Situationen verursachen.“ Die Eisflächen seien zum Betreten keinesfalls freigegeben. Besonders problematisch ist, dass Rettungsmaßnahmen unter diesen Bedingungen nicht nur für die Verunfallten, sondern auch für die Einsatzkräfte selbst gefährlich werden können.

Die Feuerwehr Rehna appelliert daher an alle Bürger, respektvoll mit Rettungsmitteln umzugehen und solche gefährlichen Handlungen künftig zu unterlassen. Die mutwillige Entfernung und Entsorgung von Rettungsringen stellt nicht nur Sachbeschädigung dar, sondern gefährdet im Ernstfall Menschenleben.

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