Epsteins Neandertaler-Fantasien: Kontakt zu Leipziger Nobelpreisträger gesucht
Epstein wollte Kontakt zu Leipziger Neandertaler-Forscher

Epsteins bizarre Neandertaler-Pläne: Leipziger Nobelpreisträger im Fokus

In den kürzlich veröffentlichten Epstein-Akten offenbart sich eine überraschende Verbindung: Der verurteilte Pädokriminelle Jeffrey Epstein zeigte ein intensives Interesse an der Erforschung von Neandertalern und suchte gezielt den Kontakt zu führenden Wissenschaftlern auf diesem Gebiet. Darunter befand sich auch der finnische Biologe Svante Pääbo, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, der für die Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms den Nobelpreis erhielt.

Vermittlungsversuche über Harvard-Professor

Laut veröffentlichten E-Mails des US-Justizministeriums setzte Epstein den österreichischen Harvard-Professor Martin Nowak als Vermittler ein. Nowak berichtete Epstein am 20. Dezember 2012 aus Wien: „Ich habe Svante Paabo (aus Leipzig) getroffen. Er sequenziert alte Knochen. Er hat ein vollständiges Neandertaler-Genom. Er würde dir gefallen. Er kennt Church. Die beiden könnten einen Neandertaler erschaffen!“ Diese Aussage bezieht sich auf den US-Forscher George Church, der öffentlich mit dem Gedanken spielte, eine Leihmutter ein Neandertaler-Baby austragen zu lassen.

Obwohl Epstein und sein Umfeld Einladungen verschickten, kam ein Treffen mit Pääbo nach aktuellen Informationen nie zustande. Der Leipziger Forscher hatte nie direkten Kontakt zu Epstein und hielt die Idee, Neandertaler wieder zu erschaffen, für vollkommen unrealistisch.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Millionenschwere Forschungsförderung

Epstein unterstützte die Forschung in diesem Bereich jedoch massiv finanziell. Nicht nur Nowaks Arbeit wurde über Jahre mit Millionenbeträgen gefördert, auch die Forschung von George Church an der Harvard-Universität erhielt direkte Unterstützung in Höhe von 2,5 Millionen Dollar. Als Harvard nach dem ersten Epstein-Skandal im Jahr 2007 beschloss, keine Gelder mehr von ihm anzunehmen, fand Epstein für Nowak und Church andere wohlhabende Spender.

Ein Untersuchungsbericht der Universität aus dem Jahr 2020 zeigt zudem, dass auch Kontaktpersonen aus dem Epstein-Umfeld bei der Vermittlung von Spenden an den Neandertaler-Forscher Church halfen. Bemerkenswert ist, dass Harvard-Professor Nowak und Epstein trotz des universitätsweiten Epstein-Banns noch 2012 in Sachen Neandertaler-Forschung in Kontakt standen.

Epsteins metaphorische Neandertaler-Vergleiche

Die E-Mails zeigen auch andere Bezüge Epsteins zu Neandertalern. So ging es in der Korrespondenz um Testkits für Neandertaler-Abstammung. In einer besonders aufschlussreichen E-Mail an die Juristin Kathy Ruemmler, einst Rechtsberaterin von US-Präsident Barack Obama und heute Partnerin bei der Investmentbank Goldman Sachs, schrieb Epstein am 12. November 2014: „Ich bin der Neandertaler unter den Problemlösern. Ich bin der Nackte am Ende der Bootsfahrt den Fluss hinunter, der seine Kleidung verbrennt, wenn es nötig ist, um die anderen warmzuhalten. Damit sie nicht zittern müssen.“

Diese metaphorische Selbstbeschreibung als „Neandertaler unter den Problemlösern“ gibt Einblick in Epsteins seltsames Selbstverständnis und zeigt, wie tief das Thema Neandertaler in seinem Denken verankert war. Die Verbindungen zwischen Epsteins kriminellen Aktivitäten und seiner Förderung kontroverser wissenschaftlicher Forschung werfen weiterhin Fragen auf, die über seinen Tod hinausreichen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration