Drohnenangriff auf türkischen Frachter im Schwarzen Meer
Drohnenangriff auf Frachter: Mehrere Verletzte

Bei einem Drohnenangriff auf ein türkisches Frachtschiff im Schwarzen Meer sind nach Angaben der türkischen Regierung mindestens drei Seeleute schwer verletzt worden. Der Angriff ereignete sich etwa 20 Seemeilen (37 Kilometer) vom russischen Hafen Noworossijsk entfernt, während das Schiff auf dem Weg von Russland in die türkische Stadt Samsun war. Das teilte die türkische Generaldirektion für Seeverkehr mit.

Herkunft der Drohnen unklar

Die Behörde legte sich nicht fest, von wem die Drohnen stammten. Türkische Medien berichteten unter Berufung auf den Kapitän, dass mehrere ukrainische Drohnen das unter der Flagge von Kamerun fahrende Schiff angegriffen hätten. Durch den Angriff brach an Bord ein Brand aus. Alle 23 Seeleute wurden von der russischen Marine nach Noworossijsk in Sicherheit gebracht.

Die Ukraine und Russland haben in den vergangenen Wochen ihre gegenseitigen Angriffe auf den Schiffsverkehr im Schwarzen Meer deutlich verstärkt. Erst am Montag hatte Russland nach eigenen Angaben drei Schiffe mit Militärgütern im ukrainischen Teil des Schwarzen Meeres sowie ein Frachtschiff im Hafen von Mykolajiw getroffen. Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte diese Informationen auf dem Kurznachrichtendienst Telegram.

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Warnung vor Getreide-Exportstopp

Die wichtigste russische Getreidelobby hatte bereits vor wenigen Tagen vor einem Stopp der Getreide-Exporte über das Schwarze Meer gewarnt. Der Verband der russischen Getreideexporteure und -produzenten erklärte, die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Schiffe und Häfen seien der Grund dafür. Die Angriffe könnten bald zu einer vollständigen Blockade der Exportkorridore führen, hieß es in einer Erklärung des Verbandes.

Dies könnte einen Ausfall von 30 bis 35 Millionen Tonnen russischen Weizens zur Folge haben. Der Agrarverband warnt, dass dies die Preise in die Höhe treiben und den Hunger in Afrika und im Nahen Osten verschärfen könnte. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Lage mit Sorge, da das Schwarze Meer eine zentrale Rolle für die globale Nahrungsmittelversorgung spielt.

Auswirkungen auf die globale Versorgung

Sollte es zu einer vollständigen Blockade der Exportkorridore kommen, wären nicht nur Russland und die Ukraine betroffen, sondern auch zahlreiche Länder in Afrika und dem Nahen Osten, die auf Getreideimporte angewiesen sind. Die Preise für Weizen und andere Grundnahrungsmittel könnten drastisch steigen, was insbesondere in Entwicklungsländern zu sozialen Unruhen führen könnte.

Die Lage im Schwarzen Meer bleibt angespannt. Beide Seiten setzen zunehmend auf Drohnen und andere asymmetrische Mittel, um die gegnerische Schifffahrt zu stören. Die internationale Seefahrt ist dadurch erheblichen Risiken ausgesetzt, und die Rufe nach einer Deeskalation werden lauter.

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