Ausbildung trotz Krise: Jetzt nicht bei Azubis sparen!
Konjunkturflaute: Nicht bei Azubis sparen!

Zum Start des neuen Ausbildungsjahres 2026 warnt der Wirtschaftskorrespondent Wolfgang Mulke vor einem verhängnisvollen Fehler: Viele Betriebe halten sich angesichts der Konjunkturflaute mit Einstellungen zurück. Doch wer die Ausbildung zurückfahre, gefährde nicht nur die eigene Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch den Wohlstand der gesamten Gesellschaft. Die alternde Bevölkerung könne es sich nicht leisten, dass Zehntausende Jugendliche ohne Schulabschluss und Tausende junge Erwachsene ohne Berufsabschluss blieben.

Eine unnötige Verschwendung von Talenten

Das Problem habe mehrere Dimensionen, analysiert der Journalist. Zunächst sei da die menschliche Seite: Ohne eine gute schulische Bildung bleibe ein späterer beruflicher Erfolg wahrscheinlich aus. Die Betroffenen verdienten dann wenig, diese Aussicht deprimiere und mache anfällig für populistische Parolen. Gleichzeitig seien in diesen jungen Menschen Talente vorhanden, die menschlich wie wirtschaftlich wertvoll seien – man müsse ihnen nur eine Chance geben.

Wo die Elternhäuser nicht in der Lage oder nicht willens seien, ihren Kindern einen guten Einstieg ins Erwerbsleben zu ermöglichen, sei der Staat gefordert. Mulke nennt konkrete Ansatzpunkte: mehr Sozialarbeit, eine bessere Ausstattung der Schulen und Angebote, die Schulabbrechern eine zweite Chance zur Qualifizierung böten. Genau hier liege ein Schlüssel zur Lösung des Fachkräfteproblems.

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Der wirtschaftliche Aspekt ist ebenso wichtig

Landauf, landab fehlten Fachkräfte in den Ausbildungsberufen, so der Kommentator. Zwar sei das Angebot an Lehrstellen in diesem Jahr gering, was als Ausdruck der schwachen Konjunktur zu werten sei. Die Nachfrage nach guten Fachkräften werde jedoch in den kommenden Jahren massiv steigen, weil immer mehr Ältere aus dem Berufsleben ausschieden. „Es ist im Interesse der Wirtschaft und der gesamten Gesellschaft, ein möglichst stabiles Angebot an Arbeitskräften zu erhalten“, betont Wolfgang Mulke. Das werde eine Wohlstandsbasis bleiben.

Wer jetzt bei der Ausbildung spare, handele deshalb kurzsichtig. Betriebe, die trotz Krise weiter ausbildeten, sicherten sich einen entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb um die besten Köpfe. In Branchen wie Handwerk, Pflege und Industrie zeichne sich bereits jetzt ein eklatanter Mangel ab, der sich ohne Gegenmaßnahmen noch verschärfen werde. Der demografische Wandel sei keine abstrakte Zukunftsfrage, sondern eine konkrete betriebliche Herausforderung.

Politik und Wirtschaft in der Pflicht

Aus Sicht von Mulke ist die Verantwortung nicht allein auf die Unternehmen beschränkt. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen verbessern, etwa durch eine bessere Ausstattung der Berufsschulen, mehr Schulsozialarbeit und einfachere Übergänge zwischen allgemeinbildender Schule und Berufsausbildung. Auch die berufliche Nachqualifizierung von jungen Erwachsenen ohne Abschluss müsse ausgebaut werden. Jeder Euro, der hier investiert werde, zahle sich mehrfach aus – durch geringere Sozialausgaben, höhere Steuereinnahmen und mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Gesellschaft könne es sich schlicht nicht leisten, junge Menschen ohne Perspektive zurückzulassen. Jeder nicht besetzte Ausbildungsplatz, jeder Schulabbrecher und jeder junge Erwachsene ohne Berufsabschluss sei ein Verlust, der sich in Zukunft um ein Vielfaches räche. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es daher wichtig, nicht an der falschen Stelle zu sparen. Vielmehr gelte es, in die Ausbildung des Nachwuchses zu investieren – zum Wohle der Betriebe, der Beschäftigten und des gesamten Landes.

Fazit: Ausbildung ist Zukunftssicherung

Die Botschaft ist eindeutig: Die Konjunkturflaute ist kein Grund, bei Azubis zu sparen. Im Gegenteil – wer jetzt die Weichen für eine qualifizierte Nachwuchssicherung stellt, wird langfristig die Früchte ernten. Der Kommentar von Wolfgang Mulke macht deutlich, dass Ausbildung weit mehr ist als eine betriebliche Kostenfrage: Sie ist eine gesellschaftliche Schlüsselaufgabe. Wer sie vernachlässige, gefährde die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

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