China plant bereits die Zeit nach Putin in Russland
China plant Zeit nach Putin in Russland

Moskau/Peking – Wladimir Putin (73) sitzt noch fest im Kreml. Doch in Peking scheint man längst an die Zeit nach ihm zu denken. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ baut Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping (73) bereits gezielt Kontakte zu russischen Politikern, Beamten und Eliten auf, die Russland eines Tages nach Putin prägen könnten. Ein bemerkenswerter Schritt – und ein Zeichen dafür, wie sehr sich das Machtverhältnis zwischen den beiden Autokraten verändert hat.

Vom Vorbild zum Juniorpartner

Dabei war das Verhältnis einmal ganz anders. Als Xi 2013 erstmals nach Moskau reiste, soll er Putin laut dem Bericht sogar als persönliches Vorbild bezeichnet haben. Viereinhalb Jahre Ukraine-Krieg und die westlichen Sanktionen haben Russland jedoch wirtschaftlich immer stärker in die Abhängigkeit von China getrieben. Aus dem einstigen Seniorpartner Russland ist inzwischen der Juniorpartner geworden. China kauft russisches Öl, liefert wichtige Industriegüter und hilft so dabei, Russlands Kriegswirtschaft am Laufen zu halten.

Putin scheitert mit seinem Wunschprojekt

Wie groß Chinas Macht inzwischen geworden ist, zeigte sich beim Besuch Putins im Mai. Der Kremlchef wollte unbedingt grünes Licht für die Gaspipeline „Power of Siberia 2“, mit der Russland einen Teil seiner verlorenen Gasexporte nach Europa ersetzen will. Doch Xi ließ ihn abblitzen. China wollte dem Projekt wohl nur zustimmen, wenn Russland sein Gas praktisch zum russischen Inlandspreis verkauft – für Moskau ein schlechter Deal. Die Pipeline wurde am Ende nicht vereinbart.

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Xi sitzt am längeren Hebel

Auch die Wirtschaftszahlen zeigen, wer inzwischen am längeren Hebel sitzt: Fast 40 Prozent des russischen Außenhandels entfallen mittlerweile auf China. Russland erwirtschaftet dort rund ein Drittel seiner Exporterlöse. Umgekehrt macht Russland weniger als vier Prozent des gesamten chinesischen Handels aus. Kurz gesagt: Putin braucht Xi deutlich mehr, als Xi Putin braucht.

China plant schon die Zeit nach Putin

Peking nutzt diese neue Stärke offenbar längst strategisch. Laut dem „Wall Street Journal“ will Xi den chinesischen Einfluss in Russland unabhängig davon sichern, wer künftig im Kreml regiert. China denkt damit offenbar längst über Putin hinaus.

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