Litauen: An der Grenze zu Belarus – Putins langer Arm spaltet Familien
Litauen: Putins langer Arm an der Grenze zu Belarus

In der Grenzregion zwischen dem Nato-Land Litauen und dem mit Russland verbündeten Belarus kommt es immer wieder zu Spannungen. Der Konflikt spaltet ganze Familien, wie ein Bericht der Funke Mediengruppe zeigt.

Ein Dorfleben unter dem Einfluss von Putin

Aurelja lebt in Litauen in einem kleinen Dorf direkt an der Grenze zu Belarus. Ihr Alltag ist geprägt von der Nähe zum Nachbarland, das unter dem Einfluss von Wladimir Putin steht. „Man spürt die Anspannung jeden Tag“, sagt sie. „Die Grenze ist nicht nur eine Linie auf der Landkarte, sie trennt auch Familien.“

Die Spannungen zwischen Litauen und Belarus haben in den letzten Jahren zugenommen. Litauen, das 2004 der Nato beitrat, sieht sich durch die enge Partnerschaft zwischen Belarus und Russland bedroht. Belarus dient Russland unter anderem als Aufmarschgebiet für Militärübungen und als Route für Migranten, die an die EU-Grenzen gebracht werden.

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Der Konflikt spaltet Familien

Viele Familien in der Grenzregion haben Verwandte auf beiden Seiten der Grenze. „Mein Cousin lebt in Belarus, wir sehen uns kaum noch“, berichtet ein Anwohner. „Die Grenzkontrollen sind streng, und die politische Situation macht Treffen fast unmöglich.“ Die litauische Regierung hat die Grenzsicherung verstärkt und einen Zaun errichtet, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

Laut offiziellen Angaben wurden im vergangenen Jahr über 1.000 illegale Grenzübertritte registriert. Die litauischen Behörden werfen Belarus vor, Migranten gezielt an die Grenze zu schleusen, um Druck auf die EU auszuüben. „Das ist ein hybrider Angriff auf unsere Souveränität“, sagte ein Sprecher des litauischen Innenministeriums.

Putins langer Arm reicht bis in die Dörfer

Die Bewohner der Grenzdörfer fühlen sich von Russland bedroht. „Putins langer Arm reicht bis hierher“, sagt Aurelja. „Wir hören oft die Militärmanöver auf der anderen Seite. Das ist beängstigend.“ Die Nato hat ihre Präsenz in Litauen verstärkt, unter anderem durch die Stationierung einer multinationalen Battlegroup.

Trotz der Spannungen versuchen die Menschen, ihren Alltag zu bewahren. „Wir können nicht in Angst leben“, sagt ein Dorfbewohner. „Aber wir vergessen nie, was auf dem Spiel steht.“ Die Situation bleibt angespannt, und viele hoffen auf eine diplomatische Lösung.

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