Neun Länder gründen Raketenabwehr-Koalition mit der Ukraine
Neun Länder gründen Raketenabwehr-Koalition

Angesichts der fortgesetzten russischen Angriffe auf die Ukraine haben sich Deutschland, Frankreich und sieben weitere Staaten gemeinsam mit der Ukraine zu einer neuen Koalition für Raketenabwehr zusammengeschlossen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte nach der Gründung des rein defensiv ausgerichteten Bündnisses gegen ballistische Raketen in Paris: „Angesichts der ballistischen Bedrohung treffen wir eine klare Entscheidung: Wir schützen die Ukraine, stärken unsere gemeinsame Sicherheit und bauen ein Europa der Verteidigung auf.“

Ziel der Koalition: Industrielle Zusammenarbeit für Raketenabwehr

„Mit der Gründung der Raketenabwehr-Koalition stärken wir die Fähigkeiten, die Europa benötigt“, sagte Macron. Beteiligt sind außerdem Dänemark, Italien, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden sowie Großbritannien. Ziel des neuen Bündnisses ist eine industrielle Zusammenarbeit, um bestehende Raketenabwehrsysteme zu ergänzen.

„Durch die Bündelung unserer industriellen Verteidigungsbasis, unserer Forschung und unserer operativen Erfahrung ist es unser Ziel, eine gemeinsame Abwehrkapazität gegen ballistische Raketen für Europa aufzubauen und relevante unterstützende Aktivitäten zu fördern“, hieß es in einer Erklärung.

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Ukraine entwickelt eigenes Abwehrsystem Freyja

Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor dem Pariser Treffen sagte, geht es um den Aufbau eines neuen Raketenabwehrsystems. Die Ukraine arbeitet an einem eigenen System namens Freyja, das eine kostengünstige und leistungsfähige Alternative zum Patriot-System darstellen soll.

Selenskyj bemüht sich nach Kräften darum, neue Munition für die Patriot-Flugabwehrsysteme seines Landes von den Partnern zu bekommen. Sie sind die wirksamste Abwehrwaffe gegen Russlands ballistische Raketen. Doch die Lenkflugkörper PAC-3 sind knapp, die Produktion in den USA läuft langsam.

US-Präsident Donald Trump hatte der Ukraine beim Nato-Gipfel in Ankara eine Lizenz zum Bau von Munition für das Flugabwehrsystem Patriot in Aussicht gestellt. Doch das ist eine langfristige Lösung, aktuell ist die Munition vor Ort knapp, und Russland nutzt dies aus.

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