Trump kündigt Seeblockade gegen iranische Häfen an
US-Präsident Donald Trump hat die Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. Die Blockade gilt für die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Wasserstraßen für den globalen Ölhandel. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, dass allen anderen Ländern ein „fairer und offener“ Zugang zur Meerenge möglich sein solle.
20-Prozent-Gebühr auf Frachten gefordert
Trump verlangt zudem eine Entschädigung in Höhe von 20 Prozent auf alle durch die Straße von Hormus transportierten Frachten. Dies solle die Kosten kompensieren, die im Zuge der Sicherstellung der Passage anfallen, schrieb der US-Präsident. Der Prozess und die Umsetzung würden umgehend beginnen, weitere Details blieben jedoch offen, etwa wer genau für den Beitrag aufkommen soll.
Zuvor hatte Trump eine Übernahme der Kontrolle über die Straße von Hormus durch die USA nicht ausgeschlossen. „Wir werden die Meerenge behalten und sie wahrscheinlich kontrollieren“, sagte Trump in einem Telefoninterview mit Fox News. Die USA würden zum „Schutzengel der Meerenge“ werden, forderte jedoch eine finanzielle Entschädigung für diesen Einsatz.
Hintergrund: Eskalation im Konflikt mit Iran
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist erneut eskaliert. Im März hatte Trump unter anderem Frankreich und das Vereinigte Königreich aufgefordert, Kriegsschiffe zur Sicherung der Straße von Hormus zu schicken. Nachdem dies niemand getan hatte, behauptete er, die Hilfe von Nato-Staaten nicht nötig zu haben.
Am Sonntag erklärte Trump die Straße von Hormus entgegen iranischer Aussagen als offen für den Schiffsverkehr. Das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom betonte auf X, die Meerenge bleibe eine internationale Wasserstraße, die der Iran nicht kontrolliere.
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten kurz zuvor bekanntgegeben, dass die Meerenge bis auf Weiteres und bis zum Ende der US-amerikanischen Eingriffe in der Region geschlossen bleibe. Die Durchfahrt sei verboten.
Rahmenabkommen und erneute Kämpfe
Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen sollte. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln, der auch die Öffnung der Straße von Hormus vorsieht.
Trotz des Rahmenabkommens gibt es seit etwa zwei Wochen wieder kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran. Der Ölpreis ist seitdem wieder gestiegen.



