Nach dem überraschenden Verzicht von Kai Wegner auf die Spitzenkandidatur der Berliner CDU stellt die Partei ihre Führungsstruktur neu auf. Wie der Tagesspiegel am Montag unmittelbar nach der Landesvorstandssitzung erfuhr, soll Lukas Krieger neuer Generalsekretär der Partei werden. Krieger bestätigte den Vorgang auf Nachfrage.
Krieger einstimmig kommissarisch ernannt
Der Landesvorstand habe ihn einstimmig kommissarisch zum Generalsekretär ernannt, erklärte Krieger. Er kommentierte: „Mit Demut und hochmotiviert nehme ich diese Verantwortung an. Jetzt wollen wir die Wahl gewinnen.“ Krieger ist Chef der CDU Charlottenburg-Wilmersdorf, einem der mächtigsten Kreisverbände der Berliner CDU, und gehört dem Landesvorstand an. Er gilt als Vertreter des liberal-konservativen Lagers innerhalb der Partei.
Ottilie Klein verliert Posten
Durch den nur wenige Tage nach dem Rückzug Wegners vollzogenen Schritt wird die bisherige Generalsekretärin Ottilie Klein von ihrem Posten verdrängt. Klein war einst von Wegner nominiert worden. Sie galt vielen in der Partei als passiv und zu wenig angriffslustig. Innerhalb der CDU mehrten sich die kritischen Stimmen. Bei der jüngsten Vorstandswahl 2025 erhielt die von Wegner gestützte Bundestagsabgeordnete ein schwaches Wahlergebnis.
Wahlkampf muss schnell angepasst werden
Krieger und der ebenfalls am Montagabend einstimmig ernannte Spitzenkandidat Stefan Evers müssen nun schnell die ursprünglich auf Wegner ausgerichtete Wahlkampagne der Berliner CDU anpassen. Der Partei bleiben nur wenige Wochen, bis die heiße Wahlkampfphase beginnt. In Umfragen lag die CDU zuletzt knapp hinter oder gleichauf mit der Linkspartei. Evers kündigte an, den Wegner-Kurs der klaren Abgrenzung von einem Linksbündnis unter Führung der Linken fortsetzen zu wollen. Deren Spitzenkandidatin Elif Eralp hatte erklärt, der Wechsel an der CDU-Spitze stütze das „System Wegner“.



