Verdi kündigt Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr an: München und Bamberg am Faschingsdienstag betroffen
Die Gewerkschaft Verdi hat für den kommenden Faschingsdienstag einen Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angekündigt. Während der Schwerpunkt der Aktionen außerhalb der Ballungsräume liegen soll, können sich Fahrgäste und Pendler in München nicht entspannen. Ein erneuter Tag mit Verkehrschaos droht in der bayerischen Landeshauptstadt.
Streikaktionen in Bamberg und mögliche Auswirkungen auf München
Am Faschingsdienstag werden die Mitarbeiter in den Nahverkehrsbetrieben in Bamberg ihre Arbeit niederlegen. Doch auch München könnte von den Auswirkungen betroffen sein. Katharina Wagner, die Branchenkoordinatorin für Busse und Bahnen bei Verdi, schließt einen Warnstreik in München nicht aus. Sie betont: "Einen Warnstreik in München würde ich auf keinen Fall ausschließen." Die Gewerkschaft plant, den Druck auf die kommunalen Nahverkehrsunternehmen bis zum nächsten Verhandlungstermin am 9. März weiter zu erhöhen.
Verständnis für Fahrgäste, aber keine Alternativen
Verdi zeigt Verständnis für die Unannehmlichkeiten, die die Streiks für die Fahrgäste bedeuten. Wagner erklärt: "Wir verstehen den Ärger für die Fahrgäste. Ich möchte betonen: Hätten wir einen anderen Hebel oder könnten wir anders streiken, ohne die Menschen zu treffen, würden wir das tun." Da der öffentliche Nahverkehr alle betreffe, bedeute ein Streik leider, dass alle darunter leiden müssten. Skurril fanden die Gewerkschafter, dass die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) während des letzten Streiks ein Notfallprogramm speziell für Fußballfans zur Allianz Arena organisiert hatte. Wagner kommentiert dies mit: "Es steht uns nicht zu, das zu bewerten."
Festgefahrene Tarifverhandlungen und Forderungen der Gewerkschaft
Die zweite Tarifrunde zwischen dem kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Bayern und Verdi endete kürzlich ohne Annäherung. Verdi bezeichnete das Ergebnis als "Stillstand", da sich am Angebot der Arbeitgeber nichts geändert habe. Sinan Öztürk, Vize-Landesbezirksleiter von Verdi, stellt klar: "Ein ernst zu nehmendes Angebot hätte weitere Streiks abgewendet." Die Gewerkschaft fordert unter anderem:
- Eine Gehaltserhöhung von rund 669 Euro
- Eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit
- Eine Mindestruhezeit von elf Stunden
Wagner kritisiert die Haltung der Arbeitgeber: "Die Arbeitgeber verweisen weiter stur auf die klammen Kassen der Kommunen. Das Versagen der Politik in puncto auskömmlicher Finanzierung des ÖPNV kann nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden." Sie warnt: "Wenn der KAV weiter auf Zeit spielt, wird sich der Druck erhöhen." Daher müssten Streiks nun ausdrücklich auch außerhalb der Ballungsräume durchgeführt werden.
Die Situation bleibt angespannt, und die Fahrgäste in München und Bamberg müssen sich auf erhebliche Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr am Faschingsdienstag einstellen. Die Gewerkschaft bleibt bei ihren Forderungen und kündigt weitere Aktionen an, sollte es keine Einigung geben.



