Ehemalige US-Außenministerin verurteilt Trumps Ukraine-Kurs auf Sicherheitskonferenz
Die frühere US-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat die Ukraine-Politik von US-Präsident Donald Trump auf der Münchner Sicherheitskonferenz scharf kritisiert. Die 78-jährige Demokratin bezeichnete Trumps Haltung in der Ukraine-Frage als »schändlich« und warf dem amerikanischen Präsidenten vor, das angegriffene Land zu einem Diktatfrieden mit Russland zwingen zu wollen.
»Beschämender« Druck auf Kiew
»Ich halte den Versuch, die Ukraine zu einem Kapitulationsabkommen mit Wladimir Putin zu zwingen, für beschämend«, erklärte Clinton vor internationalem Publikum auf der bedeutenden Sicherheitskonferenz. Die USA hatten zuletzt gemeinsam mit Russland und der Ukraine in Abu Dhabi über die Zukunft des seit fast vier Jahren von Russland angegriffenen Landes verhandelt. Besonders umstritten bleibt dabei die Zukunft der ostukrainischen Region Donbass.
Clinton zeigte sich empört über Trumps Vorgehen: »Entweder versteht Präsident Trump das immense Leid der ukrainischen Bevölkerung nicht, oder es ist ihm schlichtweg gleichgültig«, so die ehemalige First Lady. Sie betonte, dass die Ukraine an der Front für demokratische Werte und Freiheit kämpfe und dabei Tausende Menschen verliere.
Ukraine als Opfer geopolitischer Machtspiele
Laut Clinton wird das osteuropäische Land durch die »Besessenheit eines einzelnen Mannes, es zu kontrollieren«, systematisch zerstört. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine begann vor fast vier Jahren auf direkten Befehl von Kreml-Chef Wladimir Putin und wird von großen Teilen der russischen Bevölkerung unterstützt.
Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin hob hervor, dass die Ukraine nicht nur für ihr eigenes Überleben, sondern für grundlegende demokratische Prinzipien kämpfe, die auch für die westliche Welt von essentieller Bedeutung seien.
Clintons im Fokus der Öffentlichkeit
Hillary Clinton und ihr Ehemann, der frühere US-Präsident Bill Clinton, zählen seit Jahren zu den prominentesten Kritikern Donald Trumps. Allerdings stehen das demokratische Politikerpaar aktuell weniger wegen ihrer außenpolitischen Positionen im Rampenlicht, sondern wegen der veröffentlichten Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Die Namen beider Clintons – ebenso wie der von Trump und zahlreichen anderen Prominenten – tauchen in den umstrittenen Dokumenten auf. Bisher konnte jedoch weder dem demokratischen Politikerpaar noch dem republikanischen Präsidenten ein Fehlverhalten nachgewiesen werden. Dennoch sollen die Clintons in Kürze vor einem Untersuchungsausschuss des US-Kongresses aussagen.
Internationale Bühne in München
Die Münchner Sicherheitskonferenz bot auch in diesem Jahr eine bedeutende Plattform für außenpolitische Debatten. Neben Hillary Clinton nahmen zahlreiche hochrangige Staats- und Regierungschefs sowie Ministerinnen und Minister an dem Treffen teil.
Am Freitag sprach unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, am Samstag folgten US-Außenminister Marco Rubio und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Konferenz entwickelte sich einmal mehr zu einem zentralen Forum für sicherheitspolitische Diskussionen in Zeiten multipler internationaler Krisen.



