Ischinger bleibt vorerst Chef der Münchner Sicherheitskonferenz
In seiner Abschlussrede der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) im Bayerischen Hof hat Wolfgang Ischinger bestätigt, dass er den Vorsitz der bedeutenden sicherheitspolitischen Veranstaltung vorerst weiterführen wird. Der langjährige Diplomat und erfahrene Konferenzleiter springt damit erneut ein, obwohl eigentlich ein Wechsel an der Spitze geplant war.
Stoltenberg als geplanter Nachfolger gebunden
Eigentlich sollte in diesem Jahr erstmals der ehemalige Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Leitung der Münchner Sicherheitskonferenz übernehmen. Stoltenberg war bereits als Nachfolger von Christoph Heusgen angekündigt worden, der den Vorsitz bis 2025 innehatte. Doch der Norweger nahm seine Zusage kurzfristig zurück, nachdem ihn Ministerpräsident Jonas Gahr Støre gebeten hatte, das Amt des Finanzministers in seinem Kabinett zu übernehmen.
Ischinger, der die MSC bereits zwischen 2008 und 2022 geleitet hatte, erklärte in seiner Rede: "Mein guter Freund Jens Stoltenberg wird erst als nächster Vorsitzender fungieren, wenn er glaubt, dass er das tatsächlich tun kann." Der aktuelle Chef betonte damit die Flexibilität, die in dieser Übergangsphase notwendig ist.
Übernahme möglicherweise erst 2027
Aus Kreisen der MSC-Leitung verlautete, dass man damit rechne, Stoltenberg könne bei der nächsten Konferenz Anfang 2027 die Leitung übernehmen. Der ehemalige Nato-Generalsekretär war im Oktober dem Stiftungsbeirat der Sicherheitskonferenz beigetreten und hatte erklärt, den Vorsitz zu übernehmen, sobald "meine öffentliche Tätigkeit in Norwegen beendet ist". Einen konkreten Termin dafür nannte er bislang jedoch nicht.
Die Münchner Sicherheitskonferenz bleibt damit vorerst in den bewährten Händen von Wolfgang Ischinger, der mit seiner langjährigen Erfahrung die Kontinuität der bedeutenden sicherheitspolitischen Diskussionsplattform gewährleistet. Die Verzögerung im Führungswechsel unterstreicht die komplexen Verflechtungen zwischen internationalen Ämtern und nationalen Verpflichtungen in der heutigen geopolitischen Landschaft.



