Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Ischinger bleibt Vorsitzender, Stoltenberg wartet auf Nachfolge
Siko 2026: Ischinger bleibt Chef, Stoltenberg wartet

Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Ischinger bleibt Vorsitzender, Stoltenberg wartet auf Nachfolge

Vom 13. bis 15. Februar 2026 fand im Hotel Bayerischer Hof in München die 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) statt. Hochrangige Politiker und Experten aus aller Welt diskutierten über internationale Sicherheitsfragen. Der aktuelle Vorsitzende Wolfgang Ischinger bestätigte in seiner Abschlussrede, dass er vorerst im Amt bleibt, während der designierte Nachfolger Jens Stoltenberg auf einen späteren Zeitpunkt wartet.

Stoltenbergs Übernahme verzögert sich erneut

Eigentlich sollte der ehemalige Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bereits in diesem Jahr die Leitung der MSC übernehmen. Stattdessen nahm er als Teilnehmer an einer Podiumsdiskussion teil. Ischinger, der die Konferenz bereits von 2008 bis 2022 geleitet hatte, sprang erneut ein. Aus der MSC-Leitung hieß es, man rechne damit, dass Stoltenberg bei der nächsten Konferenz Anfang 2027 den Vorsitz übernehmen werde.

Der Grund für die Verzögerung liegt in Stoltenbergs öffentlichen Verpflichtungen in Norwegen. Nachdem er ursprünglich den Chefposten von Christoph Heusgen nach der Konferenz 2025 übernehmen sollte, zog er sich kurzfristig zurück, um Finanzminister im Kabinett von Ministerpräsident Jonas Gahr Støre zu werden. Im Oktober trat Stoltenberg dem Stiftungsbeirat der Sicherheitskonferenz bei und erklärte, er werde den Vorsitz übernehmen, sobald seine Tätigkeit in Norwegen beendet sei. Einen konkreten Termin nannte er jedoch nicht.

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Politische Höhepunkte und Auszeichnungen

Während der Konferenz erhielt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellvertretend für das ukrainische Volk den Ewald-von-Kleist-Preis 2026. Die Auszeichnung wurde ihm bei einem Empfang von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in der Münchner Residenz verliehen. Polens Ministerpräsident Donald Tusk hielt die Laudatio und betonte den Respekt der freien Welt für den ukrainischen Widerstand.

Selenskyj nutzte seinen Auftritt, um den Westen zu mehr Geschwindigkeit bei der Unterstützung der Ukraine aufzurufen. Er warnte, dass Russland seine Angriffswaffen weiterentwickle und Putin mit fortdauerndem Krieg gefährlicher werde. Zugleich dankte er den europäischen Staats- und Regierungschefs, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Nato-Generalsekretär Mark Rutte für ihre Hilfe.

Massendemonstrationen in München

Parallel zur Sicherheitskonferenz fanden in München mehrere Großdemonstrationen statt. Auf der Theresienwiese versammelten sich bis zu 250.000 Menschen zu einer Protestkundgebung für Menschenrechte und Freiheit im Iran. Die Polizei sprach von einer sehr friedlichen Versammlung ohne Festnahmen oder Zwischenfälle. Der Sohn des ehemaligen Schahs, Reza Pahlavi, trat als Redner auf und kündigte an, den Iran in eine demokratische Zukunft führen zu wollen.

Gleichzeitig demonstrierten in der Innenstadt mehrere tausend Menschen gegen die Sicherheitskonferenz und für Abrüstung. Auf dem Marienplatz versammelten sich linke Gruppen unter dem Motto Stoppen wir den Rüstungswahnsinn. Die geplante Menschenkette zwischen Stachus und Marienplatz fand aufgrund zu weniger Teilnehmer jedoch nicht statt.

Internationale diplomatische Signale

US-Außenminister Marco Rubio schlug in seiner Rede versöhnliche Töne gegenüber Europa an und betonte die gemeinsamen kulturellen Wurzeln. CDU-Außenpolitiker Armin Laschet warnte dennoch vor zu großer Entspannung im transatlantischen Verhältnis und betonte, dass Europa selbst stark und souverän werden müsse.

Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnete die Konferenz mit einem Appell für einen Neustart des transatlantischen Bündnisses. Er bestätigte zudem Gespräche mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über einen möglichen europäischen Atomschirm, betonte aber Deutschlands rechtliche Verpflichtungen zum Verzicht auf Atomwaffen.

Logistische Herausforderungen und Sicherheitsmaßnahmen

Die Sicherheitskonferenz führte zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in München. Rund um den Promenadeplatz wurden Sicherheitszonen eingerichtet, und der öffentliche Nahverkehr war umgeleitet. Ein Unfall auf der Autobahn 9 bei Paunzhausen verzögerte die Anreise einer Einheit der Bereitschaftspolizei, wobei mehrere Beamte leicht verletzt wurden.

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Insgesamt bot die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 eine Mischung aus hochrangigen politischen Diskussionen, diplomatischen Manövern und massenhaften Bürgerprotesten, die die komplexen sicherheitspolitischen Herausforderungen der Zeit widerspiegelten.